Wie du Vertrauen & Loslassen stärkst

Dies ist mein erster Blogartikel in diesem Jahr. Schon seit sechs Wochen habe ich nicht mehr geschrieben. Drei Wochen davon waren geplante Auszeit rund um und nach Weihnachten, Ferien mit meiner Familie, ein paar Gänge runter schalten. Die letzten 3 Wochen jedoch waren so gar nicht geplant – eine bakterielle Lungenentzündung hatte mich eiskalt erwischt und komplett schachmatt gesetzt. Es war keine kleine Erkältung, es war nicht bloß klüger, noch ein paar Tage länger zuhause zu bleiben – es war gar nicht anders möglich, ich war zu nichts fähig und hatte keinerlei Energie. Mein Kopf wollte natürlich schon, aber mein Körper fühlte sich an, als wären meine Batterien völlig leer, ich war kraftlos und das einzige was möglich war, war auszuruhen –  ich fühlte mich nicht mal dazu in der Lage, Tee zu kochen.

Nach 7 Tagen war ich, gelinde gesagt, schon etwas unrund, weil ich bereits ahnte, dass ich nicht innerhalb der nächsten paar Tage wieder gesund und arbeitsfähig sein würde. Es ging mir täglich eher schlechter als besser und ich wollte weiter nichts als ruhen, jede Kleinigkeit strengte mich fürchterlich an. Über die Weihnachtsfeiertage hatten sich ein paar neue Kunden angekündigt, für meine Kurse und auch für mein Online-Yoga und ich wollte nicht sofort aktzeptieren, dass ich diese Menschen wohl noch für ein Weilchen vertrösten würde müssen. Da war einerseits die große Freude darüber, gefragt zu sein und beruflich gut ins Neue Jahr zu starten. Gleichzeitig war da auch die Angst und die Befürchtung, diese potenziellen Kunden wieder zu verlieren, wenn ich nicht zur gewünschten Zeit mit meinem Yoga-Angebot zur Verfügung stehe. Verdient hatte ich 2017 auch noch nichts. Da war auch die Sorge, Leserinnen und Interessentinnen zu verlieren, weil ich über so lange Zeit nichts von mir hören liess.

Weil mein Körper so eindeutig, so klar und deutlich NEIN sagte, zu all meinem Wollen und mein Ego lautstark übertönte, gab ich nach. Das viel mir ziemlich schwer! Aber sobald ich den Entschluss gefasst hatte, dass jetzt, in diesem Moment, nichts wichtiger sein kann, als meine Gesundheit und ich alle Termine absagte und alle Kunden und Interessentinnen über meine Auszeit informierte, war es möglich loszulassen!

Ganz bewusst beschloss ich, meine Genesung zusätzlich zu der nötigen Ruhe auch mit mentaler und emotionaler Gelassenheit zu unterstützen. Woran ich fest glaube ist, dass der Körper schon vor unserem Verstand weiß, was los ist und was er braucht. Das ist einer meiner wichtigsten Erkenntnisse seit vielen Jahren und dennoch brauchte es hier eine Weile, um mich zu erinnern und zu verstehen. Mir war plötzlich klar, dass ich vertrauen kann, dass meine Erkrankung einen Grund hat und  und dass es wichtig ist, hinzuschauen, um in meinem Leben das zu verändern, was mein Körper nicht mehr tragen kann.

Mir wurde klar, dass ich mir in den letzten Monaten zu viel aufgehalst hatte. Zu viele Päckchen schnallte ich mir um, obwohl da schon gar kein Platz mehr war. Die Doppel- und Dreifachbelastung als Selbstständige mit Kind, Mann und Haus, hatte mich übermannt.  Es fällt mir generell schwer, um Hilfe zu bitten und Unterstützung anzunehmen. Meine Kraftlosigkeit zwang mich dazu, abzugeben und mir helfen zu lassen.

Es zeigte sich, dass ich Niemandem lästig war und dass es sogar Menschen in meinem Leben gibt, denen es selbst gut tut, sich um mich kümmern zu dürfen. Die Dankbarkeit, die ich für all die Hilfe empfunden habe, fühlte sich warm und gut an. In mir kehrte eine Ruhe ein, deren Dringlichkeit ich erst durch ihr Erscheinen wahrnehmen konnte. Ein Gefühl des Müßiggangs, eines herrlichen sich Treiben lassens, setzte ein. Mein Kopf war herrlich leer und leicht, wie lange nicht. Mein Körper kann nicht? Na dann will ich das, was möglich ist, voll und ganz geniessen!

Jetzt kann ich sagen, dass es diese Lungenentzündung gebraucht hat, um mir Vieles bewusst zu machen, unter Anderem, dass ich vertrauen kann und dass es wichtig ist, Erwartungen und Pläne auch mal loszulassen – zugunsten dem, was das Leben ist. Es hat sich gezeigt, dass alle Kundinnen und Interessentinnen Verständnis und Geduld für mich hatten und meine Sorgen völlig unbegründet waren.

Wie mein Neues Jahr, das ich erst in dieser Woche gestartet habe, aussieht, weiß ich jetzt ganz genau: ich kümmere mich gut um mich selbst, ich lasse mir helfen, ich vertraue in mein Leben und darin, dass Alles so kommt, wie es für mich sein soll und ich lasse immer wieder los, was mich daran hindern könnte!

Heute zeige ich dir, wie du mit Yin Yoga
deine Nieren Energie stärken kannst.

Über deinen Nieren-Meridian unterstützt du unter Anderem deinen Lebensmut, dein Vertrauen ins Leben und in dich selbst und damit indirekt auch die Fähigkeit loszulassen.

Open Bridge

Lege dich auf flach auf den Rücken. Bringe dann einen Yoga-Block oder eine gerollte Decke/Kissen unter deinen unteren Rücken, in Höhe deiner Lendenwirbel/deines Steißbeines – du „bockst“ deinen Körper sozusagen auf, aber nur an dieser Stelle. Dein Kopf, dein Nacken, deine Schultern und deine Unterschenkel und Fersen, liegen am Boden auf und zwar so, wie es sich ergibt. Lass‘ nun die Schwerkraft wirken und deinen Körper tiefer in die Matte hineinsinken.

Finde deine Position und sei dir bewusst, dass du sie immer wieder verändern kannst.

An der Stelle, wo du untergepolstert hast, darf Druck zu spüren sein – du möchtest den Nieren-Meridian ja stimulieren. Wenn du hier viel Spannung wahrnimmst, entscheide selbst, ob es noch ein „süßer Schmerz“ ist, den du gerne aushältst, weil du merkst, dass dadurch Veränderung stattfinden kann – oder, ob es Schmerz ist, der dir Schaden könnte (dann verändere oder beende die Haltung!)

Lass‘ dich nach und nach auf diese Körperhaltung ein, entspanne bewusst deine Schultern, deinen Nacken, deine Stirn und dein Kiefer.

Schließe deine Augen. Atme so ruhig und tief wie möglich, während du mit deiner Nieren-Energie Kontakt aufnimmst. Wie fühlt sich das an? Nimm Alles wahr, was spürbar wird. Völlig ohne zu werten! Beobachte und finde alles interessant, was es hier zu entdecken gibt.

Wenn du dich in dieser Haltung unsicher fühlst, denke oder visualisiere folgende Worte: „Vertrauen“ oder „ich vertraue“ und „Loslassen oder „ich lasse los“.
Du wirst schnell merken, was das bewirkt und um wie viel Leichter du in Kontakt mit der Wirkung dieser Asana kommst: du vertraust und schaffst es dadurch loszulassen, dich hinzugeben und den ganzen Nutzen, die ganze Essenz für dich auszuschöpfen.

Halte die Position für mind. 3-5 min – während dieser Zeit kannst du die Körperhaltung immer wieder verändern und anpassen, so dass du jederzeit das Beste für dich herausholst. Falls du länger bleiben möchtest, kannst du auch 7-10 min bleiben.

Respektiere deine persönlichen Grenzen – fordere, jedoch überfordere dich nicht.



Ich bin gespannt auf deine Gedanken dazu. Wenn du Lust hast, teile deine Meinung und deine Erfahrungen mit mir in den Kommentaren, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Du spürst, dass du mit mir arbeiten willst? Falls du in Klosterneuburg bei Wien oder Nähe Tulln lebst, klicke hier: meine Yoga-Kurse.

Wenn du mein online-Angebot nutzen möchtest (Pakete und Einzel-Termine), klicke hier: Fantastic Yoga Life Project für Wohlfühl-Zeit mit dir selbst.

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deinen kostenfreien Plaudertermin, damit wir sehen, ob wir auf einer Wellenlänge schwimmen.

Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
4 Kommentare
31. Januar 2017, von Barbara Vacha

Liebe Andrea!
Ich möchte dir zu deinem wunderbaren Blog und der Weise, wie du dich vermarktest, gratulieren. Ich wünsche, dass du so den Weg zu vielen Menschen findest, um diese Art von Yoga weiterzugeben. Für mich derzeit nicht so stimmig, aber möglicherweise zu einem anderen Zeitpunkt.

1. Februar 2017, von Andrea Schmoll

Liebe Barbara! Vielen herzlichen Dank, das freut mich sehr! Sollte es irgendwann für dich passen, weißt du, wo du mich findest 😉 Alles Liebe, Andrea

28. Januar 2017, von Helga Burian-Ruf

Liebe Andrea, danke für deinen schönen Artikel! Und für deine herzvolle und klare Offenheit. Ich kenne diese Erfahrung nur zu gut, habe sehr oft ‚wandernde‘ körperliche Schmerzen, die mir Wesentliches sagen möchten. Bei mir ist es fast immer auch ein Hinweis auf Innehalten und ‚Zuhören‘, was da auf mich zukommen möchte und vor allem auch Vertrauen. Deshalb berühren mich deine Zeilen besonders. Die Übung ist wunderbar; ich habe auch Hinweise auf ‚viel Yoga‘ erhalten – da weiß ich ja, dass ich bei dir gut aufgehoben bin :-). Alles Liebe dir, von Herz zu Herz, Helga
http://www.soul-and-system.at

29. Januar 2017, von Andrea Schmoll

Liebe Helga, ja wirklich, den Körpersignalen Aufmerksamkeit schenken und sich selbst ernst nehmen, das bringt uns tatsächlich weiter. Danke für dein schönes Feedback und es freut mich, dass ich es immer wieder schaffe, dich mit Yoga so fein zu inspirieren!

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