Werde, was du bist – Yin Yoga

Am letzten Wochenende war ich zu einer Yin-Yoga-Fortbildung in Düsseldorf. Es waren wundervolle 3 Tage für die Hippiefrau in mir. Die klänge des indischen Harmoniums, das gemeinsame Singen von Mantren, Bajans und Kirtans, Räucherstäbchen und Duftöle, Ganesh und Buddha – eine fantastische Lehrerin und Verbundenheit mit 40-50 anderen Yogalehrern. 

Zurückgekommen bin ich mit viel neuem Wissen, Verknüpfungen von bereits Vorhandenem und mit einigen Erkenntnissen und vielen Inspirationen. Ich sprühe förmlich. Das ist ein Zustand, den ich gut kenne, aber er überwältigt mich dennoch immer wieder. Eigentlich ist das unser aller Seins-Zustand, das ICH BIN. SAT NAM, die wahre Identität: Wenn Alles in einem selbst, am richtigen Platz zu sein scheint, wenn man sich wunderbar spürt und mit seinem ganzen Wesen den Raum einnimmt, dem man zugehört. Wenn man sich verbunden fühlt, lebendig, feurig und strahlend ohne zu verbrennen und dennoch gut geerdet und stabil, sicher in seiner Mitte, wissend, dass Alles bereits gut ist, so, wie es gerade ist und auch, dass das, was verändert gehört, auch veränderbar ist. VERTRAUEN IN DAS LEBEN und VERTRAUEN IN SICH SELBST.

Zusätzlich zu meinen aktiven Yoga-Flows praktiziere und unterrichte ich schon seit einer Weile Yin-Yoga. Falls dir dieser Begriff noch nichts sagt: hier lässt man sich viel Zeit, um in die Körperhaltung hineinzufinden, es geht nicht um alignment, also die „richtige“ Ausrichtung, sondern viel mehr darum, für sich selbst herauszufinden, wie man die Position heute am Liebsten und effektivsten erleben möchte.

Hier werden nicht die äußeren Muskeln aktiviert, sondern die inneren Schichten, die sogenannten Faszien erspürt, berührt und entspannt, Verhärtungen werden weich gemacht und wie Schokolade „geschmolzen“. Glücksgefühle und Zufriedenheit im Yoga kenne ich gut. Nach einer langen Reihe Sonnengrüße, einer Abfolge von Flows, Twists oder auch nach Pranayama und Meditation. Glücksgefühle und Zufriedenheit sind im Yoga auch ohne Adrenalin-Ausschüttung möglich: wenn wir unser Yin nähren, unsere Ruhe und Stille und das Weiche und Sanfte in uns.

Wie im Yin Yoga sehr lange in einer Körperhaltung zu verweilen, macht uns naturgemäß eher unentspannt und nervös oder wir driften mit den Gedanken ab und langweilen uns scheinbar. Das ist leicht veränderbar, wenn wir bereit sind, uns mit dem eigenen Körper und mit Allem, was uns selbst ausmacht, also mit Sat Nam, auseinander zu setzen. Was kann interessanter zu sein, als du selbst?

Falls du auch gerne manchmal die Karten befragst, deine Lebenszahl analysierst oder dich für deine Doshas (Ayurveda) oder deine Elemente (TCM) interessierst – dann ist Yin Yoga ein wunderbares Geschenk für dich, um all dieses Wissen selbst zu erforschen, selbst zu erspüren, dir Fragen zu stellen und die Antworten und Erkenntnisse über deinen Körper und deine Gefühle und Emotionen zu erhalten. Du kannst dich damit wunderbar selbst behandeln.

Werde, was du bist.

Nicht mehr und nicht weniger. That’s great!

Das ist deshalb großartig, weil es bedeuted, dass du dich nicht mehr anstrengen musst, jemand Anderes zu sein. Weil du aus Freude, Liebe, Mitgefühl, Verbundenheit und Vertrauen gemacht bist. Weil du nur dann aus allen Poren Strahlen wirst, wenn du wirklich das zeigst und lebst, das du bist.

Es wäre schön, wenn das im Yoga immer gelten würde. Hier ist aber auch häufig, wie hauptsächlich in unserer heutigen Gesellschaft, in unseren Leben, Schneller, Besser, Größer angesagt – wir können es als Gegensatz „Yang“ nennen. Wir hetzen, rennen und perfektionieren uns durch unsere Leben, als wäre irgendwo ein bestimmtes Ziel zu erreichen – und das ist welches genau? Klar wollen wir auch Dinge erschaffen, etwas Leisten und Erreichen – aber das Gleichgewicht zu Ruhe und Muße ist oft nicht vorhanden. 

Panda-Bär und Grizzly-Bär

Yin und Yang kannst du dir auch als 2 Bären vorstellen.

Der eine ist ein Panda-Bär. Genau, das ist Yin. Der andere Bär ist ein Grizzly – er verkörpert Yang. Beide Bären hast du in dir, Panda und Grizzly.

Der Grizzly hat immer die nächste Beute im Visier, ein neues Projekt, eine neue Idee, die es umzusetzen gilt. Der Grizzly ist auch der Kämpfer in dir, der Verfechter und Verteidiger, der Erschaffer und derjenige, der Entscheidungen nicht nur trifft, sondern auch umsetzt.

Der Panda ist getreu seiner Natur der gemütliche, langsame Part in dir, er möchte gerne faulenzen und geniessen. Er liebt die Ruhe und hat gerne Zeit für sich und er lässt sich von nichts davon abhalten, sich seinem Müßiggang hinzugeben. Er nimmt sich Zeit um alles Erlebte, Erledigte und die getane Arbeit, zu Verdauen. Den Erfolg auch zu geniessen und zu feiern, sich Zeit zu nehmen für sich selbst.

Es gibt Lebensphasen, in denen du einen der beiden Bären mehr oder weniger lebst und zum Ausdruck bringst. Häufig, wenn wir Beruf, Partner, Kinder und Alltag unter einen Hut bringen wollen, leben wir aber viel mehr unseren Grizzly, also das Yang in uns. Unser Leben in der westlichen Welt hat generell mehr Yang-Anteile als Yin. Das Yin ist gesellschaftlich nicht so anerkannt…- aber genau so wichtig! Panda und Grizzly in einer Ausgewogenheit zueinander zu leben, ist eine Herausforderung, aber möglich und vor allem – erstrebenswert!

Da kommt Yin-Yoga ins Spiel. Es nährt deine Ruhe, füllt deine Energie-Speicher wieder auf und gibt dir somit nachhaltig Kraft und Ressourcen dafür, in deinem Yang-Leben weiter zu machen, ohne umzufallen. Es unterstützt also auch dein Yang, deinen Grizzly. Yin-Yoga lässt dich auf wunderbare Weise in Kontakt mit dir selbst treten, gibt deinen Gefühlen Raum und lehrt dich, achtsamer, liebevoller und wertschätzender, mit dir selbst zu sein. Unter Anderem kannst du dabei z.B. unterdrückten Gefühlen wie Ärger oder Wut auf die Spur kommen. Die Spannung und Stagnation, also die gestaute oder blockierte Energie, die sich dadurch in deinem Körper manifestieren konnte, kann sich lösen, zerstreuen, wieder frei fliessen.

Ich habe hier 2 Fragen für dich, die du dir stellen kannst,
mit je einer Yin-Yoga Übung, um deinen Themen zu begegnen:

1. Frage: Ist Liebe in deinem Leben?
– Wenn ja, mit wem, womit oder wann, lebe ich meine Liebe?
– Wenn nein, wieso nicht und wie fühlt sich das an, wo ist das spürbar?

2. Frage: Fühlst du dich isoliert oder abgetrennt von Jemandem oder Etwas?
– Wenn ja, von wem, wovon oder in welchen Situationen? (das kann auch sein: vom großen Glück, von Geld, von Erfüllung, vom Lebenssinn,…)

Yin-Yoga Übung zur 1.Frage: GEHEIMGEBET

Setze dich kniend oder im Schneidersitz auf den Boden. Bringe deine Arme hinter deinen Rücken. Je nach Körpertyp gibt es 2 Möglichkeiten:
– du kannst deine Handflächen hinter dem Rücken aneinander legen: Gebetshaltung.
– du kannst hinter dem Rücken mit den Händen deine Ellbögen oder Handgelenke fassen.

Richte nun deinen Oberkörper auf. Lass‘ deine Schultern absinken und finde heraus, ob du deinen Kopf aufrecht halten willst, oder ob du dein Kinn lieber nach vorne in Richtung Brust sinken lässt. Beides ist gut, beides ist fein. Du kannst das auch während der Haltung immer wieder verändern. Vielleicht möchtest du deine Fußrücken oder das Becken mit einer Decke unterstützen. Mach es dir so bequem, wie du es brauchst.

Schließe deine Augen. Atme so ruhig und tief wie möglich, während du mit deiner Vorderseite, deinem Brustkorb, deinem Herzen, Kontakt aufnimmst. Lass‘ dein Herz nach vorne strahlen und nimm den Raum wahr, der hier entsteht. Wie fühlt sich das an? Nimm Alles wahr, was spürbar wird und hochkommt, völlig ohne zu werten. Beobachte und finde alles interessant, was es hier zu entdecken gibt. Wenn du in einem Köperbereich viel Spannung wahrnimmst, entscheide, ob es noch ein „süßer Schmerz“ ist, denn du gerne aushältst, weil du merkst, dass dadurch Veränderung stattfinden kann – oder, ob es Schmerz ist, der dir Schaden könnte (dann verändere oder beende die Haltung!).

Bleibe hier 3-5min, stelle dir noch einmal die zugehörige Frage und lass‘ alle Gefühle, Emotionen, Gedanken und Körperreaktionen zu.

Geh‘ bitte achtsam aus dieser Körperhaltung, spür‘ im Sitzen oder im Liegen nach und
mach dir bewusst, was sich verändert hat.

Yin-Yoga Übung zur 2.Frage: SPHINX

Lege dich auf den Bauch, richte den Oberkörper auf und stütze die Unterarme vor die auf, so dass deine Hände flach aufliegen. Du kannst auch die Finger ineinander verschränken.  Falls du Druck in den Schultern spürst, kannst du mit den Ellbogen ein bißchen weiter von dir weg und nach vorne schieben. Lege deine Fußrücken ab, bringe die Beine so nah oder weit auseinander, wie es sich gut anfühlt (aber nicht weiter als hüftbreit.) Wenn du magst, leg‘ eine Decke unter deine Hüftknochen oder unter deine Fußrücken oder lege deine Arme, den Kopf, auf ein großes Kissen. Du kannst das auch während der Haltung immer wieder verändern. Mach es dir so bequem, wie du es brauchst.

Schließe deine Augen. Atme so ruhig und tief wie möglich, während du deinen Bauch der Schwerkraft überlässt und dich nach und nach tiefer in den Boden sinken lässt. Du darfst deinen Kopf gerne nach vorne sinken lassen und probier‘ aus, wie du die Haltung deiner Schultern brauchst, um dich so gut als möglich in diese Haltung hinein zu entspannen. Achte auf die Empfindungen in deinem unteren Rücken und entscheide selbst zwischen dem „süßen Schmerz“, bei dem du spürst, dass er dich weiterbringt oder es tatsächlich ungesunder, richtiger Schmerz ist. Atme und lass dich immer tiefer sinken, in dem du nach und nach Spannung aus deinem Bauchraum entlässt. Du musst hier im Moment keinerlei Spannung halten, weder um gut auszusehen, noch um deinen Körper zu tragen. Vertraue!

Bleibe hier 3-5min, stelle dir noch einmal die zugehörige Frage und lass‘ alle Gefühle, Emotionen, Gedanken und Körperreaktionen zu.

Geh bitte achtsam aus dieser Körperhaltung und begib dich in Bauchlage oder auch in die Kindeshaltung (hinknien, Oberkörper auf den Oberschenkeln ablegen, Stirn nach vorne absinken lassen, entweder auf den Boden oder auch auf eine Erhöhung, ein Buch, ein Kissen,…). Du kannst dich auch auf den Rücken legen und deine Knie zur Brust ziehen.
Spür hier nach und mach dir bewusst, was sich verändert hat.

Vielleicht bist du schon geworden, was du bist. Vielleicht brauchst du auch noch ein bißchen mehr Inspiration, um in Liebe mit dir zu sein und um das zu werden, was du bist!

Ich bin gespannt auf deine Gedanken dazu. Wenn du Lust hast, teile deine Meinung und deine Erfahrungen mit mir in den Kommentaren, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Du spürst, dass du mit mir arbeiten willst? Falls du in Klosterneuburg bei Wien oder Nähe Tulln lebst, komm‘ in einen meiner Yoga-Kurse.

Wenn du mein online-Angebot nutzen möchtest, wähle hier DEIN Fantastic Yoga Life Project für Wohlfühl-Zeit mit dir selbst – es gibt 3 davon & sie kommen alle aus dem Herzen!

Du willst mich & meinen „Spirit of Yoga“ erstmal kennenlernen?

Hol dir im
deinen kostenlosen Plaudertermin, damit wir sehen, ob wir auf einer Wellenlänge schwimmen.

Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
2 Kommentare
14. November 2016, von Helga Burian-Ruf

Liebe Andrea, vielen Dank für deinen seelenvollen Beitrag! Ich habe dich auch bald nach deiner Düsseldorf-Reise in der Yoga-Stunde erlebt, und sofort dein ‚Noch-Mehr-Strahlen‘ bemerken dürfen. Wow 🙂 Es ist einfach das beste Mittel, auf sich selbst zu hören, seine Energien dahin zu lenken, wo die eigenen Leidenschaften hingehen. Ich mache täglich meine Erfahrungen damit, in dem ich bewusst meine Gedanken auf all die schönen Dinge lenke, die ich so liebe in meinem Leben. Und mir selbst Zeit schenke, indem ich mir immer wieder einige Minuten Auszeit nehme (so gut das möglich ist im Alltag;-)), zumindest einmal die Woche deine wundervolle Yogastunde besuche, meine Spiritualität und Musikalität, aus der ich besonders viel Kraft schöpfe, einfach LEBE. Das kann auch ein einfacher Spaziergang in der wunderschönen Natur sein, schöne beruhigende Musik beim Autofahren hören, etc.. Dann beginnen auch ‚hartnäckigere‘ Bröckleins im Leben sehr oft wieder ganz von alleine zu fließen. Danke für deine schönen Zeilen und schön, dass es dich gibt! 🙂 Alles Liebe und bis bald, Helga

29. November 2016, von Andrea Schmoll

Liebe Helga! Ja, es ist wunderbar, wenn wir wissen, wie wir unser Leben selbst so gestalten können, dass es uns wirklich entspricht, gefällt und gut tut – und wenn wir das auch leben!
Vielen Dank für deine Gedanken 🙂 Alles Liebe, Andrea

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