Was, wenn du schon richtig bist?

Als ich ein kleines Mädchen war, nannte man mich gerne „Frau Wichtig“. Es war nicht böse gemeint, aber wertgeschätzt hab ich mich damit nicht gefühlt. Sie nannten mich so, weil ich selbstbewusst war und wusste, was ich wollte – und was nicht. Weil ich gerne überall dabei war und es mich interessierte, was die Erwachsenen redeten. Weil ich zu Vielem etwas zu sagen hatte. Weil ich mit Vergnügen auf der Bühne stand. Weil ich mich selbst ganz toll fand. Dabei nahm ich ja Niemandem etwas weg, sondern war einfach nur in meiner Kraft.

Sich selbst toll und wichtig zu nehmen ist den Meisten von uns aberzogen worden.

Auch mir. Oft hörte ich Sätze wie: „man stellt sein Licht nicht auf den Scheffel“, „sei bescheiden“, „man darf nicht zu viel wollen“, „du musst zufrieden sein“, „man kann nicht alles haben“, „mach dich nicht so wichtig“. Außerdem wuchs ich in einer Zeit auf, in der die Meinung der Kinder nicht gefragt war. Wir bekamen antworten wie: „das ist halt so“, „das braucht dich nicht zu interessieren“, oder „wenn die Erwachsenen reden, musst du ruhig sein“. Das trug nicht gerade dazu bei, mich selbst wichtig zu nehmen und durch Begebenheiten in meiner späteren Kindheit und Jugend, verlor ich diese natürliche Gabe, meinen Selbstwert zu kennen, mich auszudrücken, meine Stimme zu erheben und mich so richtig wohl zu fühlen, in meiner Haut.

Wenn du dir wünscht, dass Andere dich wichtig nehmen,
beginne damit, dich selbst wichtig zu nehmen. Wenn du dich wichtig
nimmst, mach es nicht davon abhängig, ob Andere dich wichtig nehmen.

Orientiere dich an Menschen, die ihre Wichtigkeit bereits leben und von denen du lernen kannst. Ein Beispiel: eine tolle Frau steht auf einer Bühne und präsentiert sich einfach zauberhaft. Selbstbewusst, strahlend, scheinbar mühelos und so, als wäre sie der Mittelpunkt, um den alles kreist. Diese Frau wirkt so auf uns, weil sie sich selbst so richtig gut findet. Was empfinden wir dabei? Freuen wir uns für diese Frau? Finden wir sie großartig? Oder spüren wir da so etwas wie Neid? Mißgunst? Denken wir vielleicht sogar: na, DIE macht sich wichtig!

Wir können lernen, uns nicht weiter im Mangel zu orientieren, in dem wir Meschen, die uns eigentlich beeindrucken, schlecht machen. Stattdessen wäre es z.B. möglich, sich die Energie dieser Frau zu nutze zu machen. Wir können sagen: so wichtig will ich mich auch nehmen! So präsent möchte ich auch sein! Bling! Schon geht ein bißchen von dieser Kraft auf uns selbst über. Ohne, dass die Superfrau ihre Kraft verliert.

Wir Frauen, wir Menschen, sind aufrechte Wesen und nicht dazu gemacht, unsere Schultern hängen zu lassen und uns klein und unzureichend zu fühlen. Wir wollen unsere Stimmen wieder finden, um für das einzutreten und das zu leben, was uns wirklich wichtig ist.

Du bist richtig und wichtig. Dein Leben ist wichtig. Du solltest für dich der wichtigste Mensch sein. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Wie wollen wir für Andere da sein und sorgen, wenn wir uns nicht gut um uns selbst kümmern? Das können wir widerum nur, wenn wir uns wichtig nehmen. Denkt mal an die Sauerstoffmasken im Flugzeug. Hier gelten klare Regeln: Erwachsene sind dazu angehalten, zuerst sich selbst eine Maske umzubinden und erst danach auch ihr Kind damit zu versorgen. Weil der Erwachsene wichtiger ist? Nein, weil er anders nicht helfen kann.

Es geht nicht darum, sich besser zu finden, als Andere. Aber auch nicht schlechter. Es geht dabei nicht um Konkurrenz oder darum, Recht zu haben, besser zu sein, stärker oder schöner. Wenn wir, jeder für sich, ganz in unsere Kraft kommen, liebevoll und achtsam mit uns selbst, wissend, dass wir einzigartige, vollkommene Wesen sind – wissend, dass wir genügen und genau richtig sind – wo wäre dann noch Platz für Konkurrenz, Haß und Streit? Wir hätten es nicht mehr nötig zu konkurrieren und wären frei zu lernen und zu leben.

Du darfst dich wichtig und toll finden und auch immer wieder fragen: und wie wird’s noch besser? Das hat nichts mit Unzufriedenheit zu tun oder dass du nicht zu schätzen wüsstest, was jetzt ist. Aber du hebst damit alle eigenen Begrenzungen und Limitierungen auf –
ja, du willst das Beste für dich – was denn sonst, das ist jetzt DEIN Leben!

Aus deiner eigenen Kindheit oder falls du selbst Kinder hast, kennst du vielleicht das Buch ‚Das kleine ich bin ich‘, von Mira Lobe. Auch wenn es dir im Alltag oft schwer fällt, einfach ‚zu sein‘ – es ist herrlich, die vielen dir zugeteilten Rollen auch mal abzulegen und nur mal du selbst zu sein. Möglich, dass jetzt die Frage auftaucht: ‚Aber wer bin ich eigentlich?‘
Du bist du, ohne die Rollen, Masken und Schichten, die du immer wieder einnimmst in deinem Leben.


Um es dir zu erleichtern, wieder einmal mit deinem puren ICH in Kontakt zu treten, hab ich hier eine kleine Übung für dich:

Herzschlag-Meditation: ICH BIN ICH

Finde mit den vier Fingern deiner rechten Hand den Puls am linken Handgelenk. Lasse deine Finger sanft darauf ruhen, schließe die Augen und denke das Mantra ‚ICH BIN ICH‘. Wiederhole in Gedanken abwechselnd ICH BIN ICH im Rhythmus deines eigenen Herzschlages. So simpel! Lass dir Zeit hinein zu finden. Atme so tief und ruhig wie möglich. Folge deinen Impulsen – vielleicht möchtest du dich mehr aufrichten und dein Herz nach vorne strahlen lassen. Lass‘ alle Gedanken zu, die während dessen kommen!

Vielleicht wirst schon nach 1 oder 2 Minuten merken, dass du deutlich ruhiger und dir selbst etwas näher gekommen bist – und bitte, mach dir keinen Streß, falls du dazu ein paar Wiederholungen brauchst!

Schließe die Meditation damit ab, in dem du einen tiefen Atemzug nimmst und deine Augen öffnest. Bleib noch einen Moment sitzen und spür‘ nach.


Vielleicht bist du schon da, wo du sein willst. Vielleicht brauchst du auch noch ein bißchen mehr Inspiration, um zu erkennen, dass genau du der wichtigste Mensch bist! Vielleicht möchtest du noch etwas öfter hören, dass du schon richtig bist, genau so, wie du bist!

Ich bin gespannt, was du dazu zu sagen hast. Wenn du Lust hast, teile deine Meinung und deine Erfahrungen mit mir in den Kommentaren, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!


Du spürst, dass du mit mir arbeiten willst? Falls du in Klosterneuburg bei Wien oder Nähe Tulln lebst, komm‘ in einen meiner Yoga-Kurse.

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Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
4 Kommentare
25. Oktober 2016, von Helga Burian-Ruf

Danke für diesen wunderschönen Beitrag, liebe Andrea! Auch mein Herz ist wieder einmal tief berührt von deinen Gedanken, natürlich kenne ich auch diese Gefühle. Und es ist so viel schöner, wenn wir mit selbst-zufriedenen Herzen zusammenhalten und uns gegenseitig motivieren. Danke für die Erinnerung, wie wertvoll jede(r) Einzelne von uns ist. Und wie schön, wenn wir uns miteinander darüber freuen können! 🙂

25. Oktober 2016, von Andrea Schmoll

Liebe Helga! Ja, ich stelle mir gerne vor, dass wir Alle voll in unserer Kraft leben und uns dadurch gegenseitig heilen. So schön, dass wir Frauen uns haben, wo wir das untereinander schon leben können 🙂

21. Oktober 2016, von Barbara Sechser

Dieser Artikel ist besonders schön und spricht mir voll aus dem Herzen, weil ich merke wie mich dieses Thema begleitet und mir auf unterschiedliche Art und Weise immer wieder begegnet. Danke liebe Andrea, für die schönen Worte und die Inspiration!!!

21. Oktober 2016, von Andrea Schmoll

Vielen Dank liebe Barbara! es freut mich sehr, dass dich meine Zeilen berühren. Ich glaube, dass die Meisten von uns immer wieder mal damit konfrontiert sind, oft wenn wir gerade „feststecken“, weil wir glauben, nicht gut genug zu sein.

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