Über Rumpelstilzchen & 3 Tipps wie Yoga deinen Ärger zähmt

Generell fällt es mir mittlerweile leichter, meinen Ärger, meine Wut, in Zaum zu halten, bzw. ist es auch so, dass mich nicht mehr so leicht etwas wütend macht oder ärgert. Während meiner Kindheit konnte meine Mutter ein Lied davon singen, wie es ist, eine tobende 2jährige leidlich erfolgreich davon zu überzeugen, dass Wut einen nicht weiterbringt. So richtig auf die Probe gestellt wurde mein Aggressions-Potenzial als mein eigener Sohn noch ein Baby war und ich vor lauter Schlafmangel öfter mal weinen musste, um bei alltäglichen Differenzen nicht gleich zu explodieren.

Es gibt ja so viele Ausprägungen von Ärger und auch unzählige Gründe, die ihn verursachen. Wir ärgern uns über Andere und vielleicht noch häufiger über uns selbst.

In einem Teil meiner Familie ist etwas geschehen, das ich nicht für möglich gehalten hätte: sie hat sich in 2 Hälften gespalten. Von der „anderen“ Seite werden kontinuierlich Anschuldigen, Kränkungen und Beleidigungen herüber geschleudert, die tatsächlich schwer zu verdauen sind. Obwohl wir diese Angriffe anfangs zuerst mit dem Versuch des Verstehens, danach mit der nötigen Ignoranz begegneten – es blieb verletzend und der Ärger war groß. Aus Verzweiflung folgten zaghafte Gegenangriffe, mit der baldigen Erkenntnis, dass dies nur Futter liefert und den eigenen Ärger leider nur noch größer macht. 

Verständlicherweise schmerzt es sehr, zu sehen, wie  geliebte Menschen sich furchtbar kränken und es tut weh, mitzufühlen. Leider sind die familiären Verstrickungen dermaßen groß und die Beteiligten großteils nicht gewillt sich friedlich zu begegnen. Es ist zutiefst traurig, auch für unsere Nachkommen. Unsere Familie ist immer gut miteinander ausgekommen, vielleicht aber auch nur an der Oberfläche?

Es gab Momente, in denen ich spüren konnte, wie ungerechtes Urteilen und giftige Worte, meinen Ärger darüber, so groß werden ließen, daß er tatsächlich bereits körperlich in mich eingedrungen war und sich dort und da manifestierte. Als ich das registrierte, schrillten die Alarmglocken bei mir: noch einmal lasse ich nicht zu, dass Kränkung mich krank macht! (Anm.: ich war 10 Jahr lang scheinbar unheilbar krank). 

Auch wenn das in meiner heilen Welt der harmonischen Blumenwiese schwer fällt: manchmal muß man aktzeptieren und loslassen und kann sich nur mehr um sich selbst kümmern. Es war an der Zeit, aus dem Kreis zu treten und mir die Situation von Außen anzusehen und es war auch dringend nötig, einen Beschluss zu fassen: den Schmerz der Anderen kann ich nicht heilen, aber ich kann für mich selbst etwas tun, um heil zu bleiben!


Wie ich das tue? Genau so:

3 Tipps, wie Yoga dich dabei unterstützt, deinen Ärger zu zähmen

1. Habe Verständnis & Mitgefühl für dein Gegenüber. Diese Übung ist eine große Herausforderung, das gebe ich zu. Dennoch: Jeder hat seine Beweggründe und vor allen Dingen auch seine eigene Realität! Das ist ein wichtiger Punkt, denn wir Alle empfinden Situationen so, wie wir sie gerade empfinden wollen und wozu wir bereit sind. Eine einzige Begebenheit wird von 3 teilnehmenden Personen ganz bestimmt auch auf 3 verschiedene Arten wahrgenommen. Die Wahrheit? Die ist für jeden ganz speziell…

Hege Mitgefühl für den Menschen, über den du dich gerade ärgerst oder der dich gekränkt hat. Versetze dich doch mal in eine Person hinein, die gemeine Dinge sagt oder tut! Wie sieht es in diesem Menschen aus? Wie geht es Jemandem, der bewusst Andere kränkt und verletzt? Was schmerzt die Person, die absichtlich Gemeinheiten verbreitet? Was wünscht sie sich? Wonach sehnt sie sich? Was vermisst sie zutiefst?

2. Übe Vergebung. Es ist wichtig, zu verstehen, dass deine Vergebung nicht für deinen Angreifer ist, was bei großen Kränkungen tatsächlich sehr schwer sein könnte. Du vergibst dieser Person, aber für DICH und DEINEN eigenen Frieden und damit es für DICH leichter wird! Außerdem vergibst du DIR selbst, denn auch wenn du es nicht hören willst, Konflikte haben fast immer auch mit dir selbst zu tun.  

Dasselbe gilt auch für Situationen, in denen du  dich  „nur“ über dich selbst ärgerst: hab Verständnis und Mitgefühl für DICH und vergebe DIR!

Für 1 & 2 setze dich mit geschlossen Augen an einen ruhigen Ort und finde deine eigenen Worte, die du wie ein Mantra denken oder auch laut aussprechen kannst!

3. Atme ruhig und tief und richte deine Energie nach Innen! Gerade dann, wenn es im Außen schwierig ist und du Problemen und Konfrontationen begegnest, die unlösbar scheinen, hilft es ungemein, wenn du dich mit dir selbst verbündest. Das was du jetzt am dringensten brauchst, kannst du dir selbst geben: nämlich, dass du und deine Empfindungen angenommen und wertgeschätzt werden. Schau nicht weg, verdränge nichts, sondern stelle dich deinen Emotionen – um wieder leichter zu werden!

Durch Kränkungen oder Ärger bleibt uns oft sprichtwörtlich die Luft weg – bewusstes, ruhiges und tiefes Atmen bringt uns wieder gut zur Ruhe. Du bist deine beste Stütze, weil du in dir die Antwort darauf findest, was wirklich wichtig ist!

Dazu zeige ich dir in einem Video diese Yin-Yoga Körperhaltung
zur Stärkung deiner Leber-Energie: die Libellenhaltung

Die Leber wird in der TCM auch „Mutter der Emotionen“ genannt – hier manifestieren sich Wut, Ärger, Zorn, Aggression und Eifersucht – hier etwas zu verweilen und hinein zu spüren, macht es in dir wieder ein bißchen leichter: körperlich, emotional und auch in deinen Gedanken!

Wenn du magst, kannst du dir dabei folgende Frage stellen: Wie gehe ich mit meinem Ärger um?

Halte die Position für mind. 3-5 min – während dieser Zeit kannst du die Körperhaltung immer wieder verändern und anpassen, so dass du jederzeit das Beste für dich herausholst. Falls du länger bleiben möchtest, weil es dir körperlich wirklich gut dabei geht, kannst du auch 7-10 min bleiben.

Respektiere deine persönlichen Grenzen – fordere, jedoch überfordere dich nicht.

Wie geht es DIR mit deiner Wut, deinem Ärger?

Teile gerne deine Meinung und deine Erfahrungen zu diesem Thema mit mir in den Kommentaren, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Wenn du mit mir arbeiten willst gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Falls du in Klosterneuburg bei Wien oder Nähe Tulln lebst, komme gern in einen meiner Kurse – klicke hier: Kurse & Workshops.
  • Wenn du mein online-Angebot nutzen möchtest (Pakete und Einzel-Termine), klicke hier: Online Yoga Project für Wohlfühl-Zeit mit dir selbst.


Du willst mich & meinen „Spirit of Yoga“ kennenlernen?

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Ich freue mich auf DICH!

Herzens-Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
6 Kommentare
21. Juni 2017, von Matthias - Selbstbewusstsein für Männer

Grüße,
das mit der Vergebung ist ein riesen Thema.

Man muss ja zuerst einmal in der Lage sein, sich selber zu vergeben, bevor man anderen vergeben kann.

Das ist oft das viel größere Hindernis.

Grüße

23. Juni 2017, von Andrea Schmoll

Lieber Matthias! Vielen Dank für deinen Beitrag! Ja, das ist ein großes Thema: das Schöne daran, wenn ich anderen (wirklich) vergebe, vergebe ich auch mir selbst. Ich vergebe nicht für den Anderen und ich heiße das, was der Andere getan hat, damit auch nicht gut! Aber ich lasse es mit dem Vergeben für mich heilen und übergebe alles, was mit dem Schmerz, der Kränkung, etc. in Verbindung steht, wieder ab. Das passiert, wenn ich sagen, denken und fühlen kann. Wie z.B.: „Diese Person hat mich unglaublich gekränkt und das will ich niemals gutheißen und es gibt dafür auch keine Entschuldigung. Aber ich verstehe, dass sie selbst ihre Probleme und Sorgen hat und ihre Päckchen zu tragen hat und dass sie aus Ängsten oder großem Kummer so gehandelt hat. Ich will mich befreien von dem Ärger, den ich ihr gegenüber verspüre und der Kränkung, die darüber immer wieder in mir hochsteigt. Weil ich mir wichtig bin und daran nicht kleben bleiben möchte.“ Das muß ja nicht mal direkt an die Person gerichtet sein. Wenn wir diese Last durch Vergebung loswerden, ist das eine Befreiung und gleichzeitig eine Vergebung an uns selbst. Vergebung passiert nie für den Anderen, immer für uns selbst, weil wir uns wichtig sind und beschließen, ein leichtes, freies Herz zu haben. Liebe Grüße, Andrea

16. Mai 2017, von Helga Burian-Ruf

Liebe Andrea, vielen Dank für diesen wertvollen Artikel! So wunderbar auf den Punkt gebracht. Wenn wir Kränkungen nicht persönlich nehmen, sondern uns auch ‚die Geschichte‘ des Gegenübers dahinter vorstellen, hilft das sofort und wir können unsere Gedanken förmlich ‚umdrehen‘, weil diese Art von Wertschätzung unser Herz berührt. Und diese sich auch sofort an uns selbst wendet. Ich pflichte euch beiden bei, dass das im Alltag bei sogenannten ‚Überrumpelungs-Aktionen‘ nicht immer leicht ist, und uns tatsächlich mal die Luft wegbleiben kann. Aber – das Üben am Immer-wieder-Bewusstmachen hilft wunderbar und öffnet unsere Herzen für immer mehr Frieden. hmmm…. Und danke für die dazupassende Yoga-Übung – ganz wunderbar, da tut sich auch einiges ;-).
Allerliebste Grüße, Helga – http://www.soul-and-system.at

17. Mai 2017, von Andrea Schmoll

Liebe Helga, vielen Dank für deine Zeilen! Oja, überrumpeln kann einen sowas schon mal… Hauptsache wir bleiben dran bei den Themen, die uns am Herzen liegen und erinnern uns immer wieder daran, was wirklich wichtig ist! So wie du das auch tust, mit deiner Herzens-Aufstellungsarbeit 🙂

14. Mai 2017, von Barbara J. Schoenfeld

Liebe Andrea,

du hast ja so Recht. Mit diesen Anschuldigungen habe ich auch sehr lange gelebt und sie haben sehr, sehr weh getan.
Sie haben aber dafür gesorgt, dass ich jetzt besser auf mich achte und es stimmt, die Anschuldigungen der Anderen kamen aus eigener Verletzung.
Seit ich mir das bewusst gemacht habe, geht es mir viel besser und meine Wut ist nicht mehr nötig. Klar funktioniert das nicht immer, aber ich übe immer noch…..

Herzliche Grüße
Barbara

14. Mai 2017, von Andrea Schmoll

Liebe Barbara, ich glaube das ist genau der Punkt: wir müssen nicht perfekt werden, wollen keine Heiligen sein und dürfen immer wieder, immer weiter üben. Wichtig ist doch, daß es uns gut geht, vor allem mit uns selbst – damit schaffen wir ein neues Energiefeld, auch für Andere. Vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen! Liebe Grüße, Andrea

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