Nie wieder Club-Urlaub, oder: achtsam im Leben stehen

Letzte Woche war ich mit meiner Familie auf Kreta. Nach 2 Tagen sind wir aus „unserem“ Club abgehauen. Dieses Glücksgefühl,
das wir alle drei hatten, als wir uns in unserem Mietauto die Club-Bändchen von den
Handgelenken rissen, lachend und „auf in die Freiheit!!!“ grölend, war diese Aktion alle mal wert.

Kreta – diese schöne Insel kannte ich sehr gut aus meiner Jugend, im Alter zwischen 17 und 19 war ich ein paar Mal dort. In Erinnerung hatte ich typisch griechische Dörfer, einsame „Hippie“-Buchten und Entschleunigung. Auch wenn ich dort manchmal bei den Fullmoon-Partys mitfeierte, war mir das damals schon wichtig.

Weil unser Sohn diesen Herbst mit der Schule beginnt, wollten wir noch einmal in der Vorsaison auf Urlaub fahren. Da wir aber nur eine Woche Zeit hatten, dachten wir, dass es eine gute Idee wäre, diesmal einen Club zu buchen. Das Angebot war unschlagbar günstig, All Inklusive und der Club war mit „ruhige Lage“ verlockend beschrieben. Dass der Club im Norden der Insel einer von Vielen ist, hätte uns warnen sollen.

Keine Frage: die Clubanlage war traumhaft schön und das Zimmer sehr komfortabel. Aber: egal wo, ob beim Kinderbecken oder an der Strandbar, das Gewummer der Musikanlage verfolgte uns auf Schritt und Tritt und obwohl das Essen sehr gut war, konnte von Genuss keine Rede sein, wir fühlten uns durch die Lautstärke all der Menschen, wie mitten in einem Bienenschwarm. Das Allerschlimmste war für uns die Unachtsamkeit der anderen Club-Gäste. Das maßlose Fressen und Essen aufhäufen, unfassbare Plastikberge schon zur Mittagszeit von all den „gratis“ Cocktails und Eisbechern. „Raubtierfütterung“ war unser Schlagwort, obwohl, die jagen ja nur, was sie auch fressen.

Unser Sohn ist sechs Jahre alt und liebt Palatschinken. Die gab’s dort schon zum Frühstück und hat er gleich 3 dieser Mini-Pancakes verdrückt. Was wir gemeinsam haben: wir sitzen gerne still und beobachten, nehmen alles um uns wahr und checken die Energie um uns.
Moritz war durch seine Beobachtungen plötzlich sehr empört darüber, als er sah, dass jemand am Nebentisch genau die gleiche Menge an Pancakes einfach stehen ließ und auf zwei weitere Teller mit übrig gebliebenem Essen stapelte, als wäre das völlig normal. Er geriet richtig in Rage darüber, wie viel Essen die Gäste auf ihren Tellern aufgehäuft und dann oft nicht mal die Hälfte davon gegessen hatten. Unnötig zu sagen, wie stolz wir auf ihn sind.

Am ersten Tag schon hatte ich ständiges Herzklopfen, war angespannt und nervös. Weil es aber doch unser Urlaub war, traute ich mich nicht gleich, das auch zu sagen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Am zweiten Tag war der Druck so groß, dass ich es nicht mehr aushielt und ich erzählte das meinem Lebenspartner. Oh Überraschung, ihm ging es genauso!

Fazit: Cluburlaub ist nichts für uns, ich schäme mich, dieses Konzept
finanziell unterstützt zu haben und kann mich für unsere Dummheit nur
entschuldigen!

Die Dame an der Rezeption war mehr als erstaunt, als ich ihr am Morgen des dritten Tages unseren Zimmerschlüssel zurückbrachte. Ich versicherte ihr, dass das Personal sehr zuvorkommend und freundlich war, dass dies hier jedoch nicht unsere Welt ist. Es war unser erster und ganz bestimmt auch unser letzter Club-Urlaub. Wir hatten kurzerhand ein Mietauto für die restliche Woche gebucht und schon auf dem Weg in den kretischen Süden. Unser Sohn hatte anfangs schon Protest eingelegt, er fand die Wasserrutschen, das Piratenschiff und Eis und Kindercocktails soviel man will, natürlich wunderbar.

Mit unserer Vorfreude auf das Unbekannte, Ungeplante, konnten wir ihn dann aber schnell auch für unser Abenteuer begeistern! Dabei ist es nicht gerade so, dass wir uns das jetzt so ohne Weiteres leisten
konnten. Natürlich hatten wir dadurch erhelbliche Mehrkosten, aber wir fanden ein wesentlich bescheideneres Quartier mit Küche in einem kleinen Fischerdorf,  spazierten morgens gemütlich zu einem kleinen Greißler um’s Eck, machten unser Frühstück selbst, versorgten uns Mittags mit Sandwiches und Melone und suchten uns abends eine nette Taverne unserer Wahl. Das war das Griechenland aus meiner Erinnerung! Wir hatten unsere Mitte unsere Unabhängigkeit zurück erobert, waren entspannt und ließen den Tag ruhig angehen. Täglich fanden wir uns in wunderschönen Buchten wieder und nahmen unseren Mist vom Strand auch wieder mit.

Auch jetzt noch bin ich schockiert über die Gier und die Maßlosigkeit der Clubgäste, darüber, dass sie schon vormittags krebsrot und stockbesoffen, neben ihren Kleinstkindern grölend ihren Urlaub feierten. Niemand sah zufrieden und glücklich aus. Hier zeigt sich, wie so viele Menschen leben: ohne jedes Feingefühl durch die Welt trampeln, nur auf den eigenen Vorteil bedacht, ohne jeden Sinn für das richtige Maß und ohne sich selbst überhaupt noch wirklich zu kennen oder zu spüren.

Das ist aber kein Grund zu verzweifeln, im Gegenteil, ich empfinde es sogar als Ansporn und meine persönliche Erkenntnis daraus ist, dass ich genau richtig liege mit dem, was ich mache. Authenzität, aufmerksame, achtsame Mitmenschen, Herzlichkeit, Genuss und Qualität, Fülle im richtigen Maß – nicht zuviel, aber auch nicht zu wenig – das braucht die Welt!

Da du meinen Blog liest, gehe ich davon aus, dass all das auch deinen Bedürfnissen entspricht 😉

Dennoch vergißt du manchmal vielleicht ein bisschen darauf – und so wie Alles, was du in dein Leben integrieren möchtest, kannst du es immer wieder aufs Neue üben, achtsamer gegenüber deinen Mitmenschen, deiner Umgebung und natürlich auch dir selbst zu sein.

Du kannst üben, immer das richtige Maß zu finden, in dem du lernst auf
deine eigene Stimme zu hören. Bestimmt hörst du auch jetzt schon deine
eigene Stimme – aber wie oft handelst du auch danach?

Hier habe ich ein paar Inspirationen für dich –
es ist immer wieder hilfreich, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen!

Spür hinein und fühle, was du wirklich fühlst, nicht was du fühlen solltest! Frei
von Erwartungen und dem Glauben, es Anderen recht machen zu müssen, es funktioniert sowieso nicht und macht dich und andere nur unglücklich.

Frag dich mal: Geht es mir gut? So richtig gut meine ich? Fühle ich mich wohl in meiner Haut? Bin ich zufrieden mit meinen Entscheidungen, mit meiner Lebensweise und damit, wie ich mich um mich selbst kümmere?

Frag dich: Was macht mich glücklich? Was will ich wirklich, wirklich, wirklich?
Tanze mal öfter aus der Reihe und tu nicht, was Alle machen oder was du immer schon getan hast, obwohl es mittlerweile vielleicht schon gar nicht mehr dein Herz erfüllt.

Gehe, so oft du Lust hast, in diesen inneren Dialog  – du kannst dich selbst immer alles fragen und wirst die richtigen Antworten bekommen – nur du selbst weißt, was das Beste für dich ist!

In diesem Sinne: hör weniger auf deinen Verstand, dafür mehr auf dein Herz und dein Bauchgefühl!


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Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
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