In deinem Leben spielst DU die Hauptrolle!

Unser Sohn ist nicht getauft. Als wir noch Kirchensteuer-Zahler waren, war mein Mann katholisch, ich evangelisch. Den evangelischen Religionsunterricht habe ich schön in Erinnerung, Jesusgeschichten und auch die evangelischen Gottesdienste, weil es da wirklich um uns Kinder ging. Eher das gemeinsame Singen und Tanzen, als das Verherrlichen eines Pfarrers und eines Kreuzes standen hier im Vordergrund. Dennoch weiß ich noch gut, dass ich Vieles überhaupt nicht verstanden habe, weil es nicht kindgerecht erklärt wurde. Wenn ich in den Ferien im weinviertlerischen Dorf bei meinen Großeltern war und manchmal mit Oma die katholische Kirche besuchte, empfand ich das immer als sehr einschüchternd und wie eine andere Welt. Aber nicht unbedingt wie eine, in der ich gerne sein wollte. Das Gemurmel der Menschen war mir unheimlich, die Phrasen von „gebenedeit“ bis „vergib uns unsere Schuld“ gaben mir Rätsel auf.

Weil ich über die Bedeutung von ‚gebenedeit‘ immer noch nicht wusste, hab ich heute nachgeschlagen: gebenedeit bedeutet ‚gesegnet‘ (nur in Verbindung mit Maria, der Gottesmutter). Auch dass habe ich widerum nachgeschlagen: ‚Segen‘ bezeichnet in vielen Religionen ein Gebet oder einen Ritus, wodurch Personen oder Sachen Anteil an göttlicher Kraft oder Gnade bekommen sollen. Ziel des Segens ist die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung. Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden (z. B. Handauflegung, Segensgestus, Kreuzzeichen, Salbung), die die wohltätige Zuwendung eines Gottes zu der gesegneten Person oder der gesegneten Sache symbolisieren (siehe Segenszeichen).

Es liegt mir fern, mich darüber lustig zu machen und ich selbst finde Rituale und unterstützende Symbolik wunderbar. Was ich an den kirchlich gebrauchten Phrasen und Handlungen nicht verstehe, ist die Machtausübung. Jemandem z.B. Segen zu wünschen finde ich schön, sich selbst aber dazu zu ermächtigen, göttliche Kraft und Gnade verteilen zu können? Sind diejenigen, die das tun, nicht selbst Menschen wie du und ich?

Um darauf zurück zu kommen: unser Sohn ist also nicht getauft. Wir haben es versucht, weil, wie in den meisten Familien, manche unserer Anverwandten, das gut gefunden hätten. Der hieisige Pfarrer hatte mir am Telefon versprochen, dass er nicht versuchen würde, meinen Mann und mich, zum Kirchenwiedereintritt zu bekehren. Was er dann aber doch tat. Während unser Sohn fröhlich in die Windeln kackte und eigentlich keine Geduld mehr für die weltfremden Worten des alten Mannes hatte, wanden wir uns in den Besucherstühlen des Pfarramtes. Wir traten die Flucht an und das Thema Taufe war erledigt.

Bis kurz vor Moritz‘ Schulbeginn in diesem Herbst. Da stellte sich wieder die Frage, wegen Religionsunterricht, Konfirmation uns so weiter. Moritz ist jetzt 6 Jahre alt, wir haben ganz offen darüber gesprochen, er kennt die Kinderbibel und Geschichten über Jesus. Er hat eine Taufe dann kathegorisch abgelehnt. Wir schlugen vor, dass er den Religionsunterricht besuchen kann, wenn er das möchte. Gleich in der allerersten Schulwoche gab es im Musikschulsaal der Volksschule einen Kinder-Gottesdienst. Moritz wollte da nicht hin. Weil ich dachte, dass es vielleicht schön für ihn wäre, mit dabei zu sein und dass ein Gottesdienst für Kinder heutzutage bestimmt modern und kindgerecht abgehalten wird, überredete ich ihn dazu. Eltern durften mitkommen, also war ich dabei.

Naja, was soll ich sagen. Es hat sich leider kaum etwas verändert! Ok, sie haben ein oder zwei Lieder miteinander gesungen. Ansonsten mussten die Kinder brav still sitzen und Fürbitten nachplappern, ohne eine Ahnung davon zu haben, was sie da reden. Ich wusste nicht mehr, wie ich sitzen sollte und musste mich zusammen nehmen, als der Pfarrer sagte: „Ihr seid alle Kinder Gottes, weil Ihr getauft seid“. Waaaaaahhhhhh!!!! Am Liebsten hätte ich laut rausgeschrien, dass alle Menschen Kinder Gottes sind, dass Niemand, kein Pfarrer, keine Kirche und keine Religion der Welt dazu ermächtigt ist, ein Kind zum ‚Kind Gottes‘ zu erklären! Als die Wörter Schuld und Vergeben fielen, bin ich ausgestiegen, hab mich gedanklich weggebeamt, um mir diesen Schwachsinn nicht mehr anhören zu müssen.

Moritz bat mich nach dem Gottesdienst inständig darum, nie wieder daran teilnehmen zu müssen – na klar, was bin ich froh! Es tat mir leid, dass ich ihn dazu überredet hatte. Kein Wunder, dass ihm das nicht gefiel! Seitdem er geboren wurde, hört er von mir, dass Alles an ihm genauso richtig ist, wie er ist. Dass er vollkommen und wunderbar ist. Dass er das Glück ist. Dass er wichtig ist und dass niemand wichtiger oder besser ist, als er. Dass er aber auch nicht wichtiger und besser ist, als jemand Anderer. Dass er Alles, was er braucht, in sich trägt, weil er genau das von Gott, dem Universum, dem Leben bekommen hat, was speziell für ihn nötig ist. Dass er einzigartig ist und auch jedes andere Wesen auf unserem Planeten einzigartig ist. Niemand davon besser oder schlechter und jeder auf seine ganz individuelle Art und Weise. Er weiß, dass er in seinem Leben die Hauptrolle spielt, dass das gut so ist und sein darf.

Schuld? Vergebung? Was richtet es an, wenn wir unsere Kinder schon als Babies damit bequatschen lassen? Welche Schuld haben Kinder? Erbsünde? Alles hat Energie! Das macht etwas! Heute empfinde ich mich als modern, mit meinen 41 Jahren empfinde ich mich jung und ich fühle mich frei, selbst zu bestimmen, muß nicht überall dabei sein und mitmachen, nur weil es üblich ist, Tradition oder Brauch.  Ich bin 1975 geboren. Mein evangelischer Religionsunterricht und auch die Messen dazu, waren zwar schön und kinderfreundlich, aber meine Kindheit hatte dennoch viel von einer katholischer Erziehung. Glaubenssätze wie ’sei bescheiden‘, ’stell dein Licht nicht auf den Scheffel‘, ‚Schuster bleib bei deinem Leisten‘ und Ähnliches klingt mir noch in den Ohren. Neid und Eifersucht auf Andere, ‚Die‘ sind was Besseres…

Für mich kommt das Alles aus dieser Ecke. Sich nur ja nicht selbst toll finden und auf keinen Fall richtig groß werden, sich anpassen und dazu gehören, brav sein und still obendrein und immer wissen, wer der Chef ist und es besser weiß: die Lehrer, Pfarrer, Politiker, Ärzte und Beamte. Schon seit meiner Kindheit habe ich eine tiefe Abneigung gegen Alles, was nicht nach einem Miteinander, sondern nach Authoritäts-Hörigkeit riecht. Ehrfurcht??? Erfürchtig bin ich gerne. Vor der Wahrhaftigkeit von Kindern, der Natur, echter Freundschaft, vor Kunst und Kreativität, vor Menschen, die sich für das Leben und Andere einsetzen und vor der unendlichen Kraft der Liebe! Auch Respekt hab ich gerne, aber angstfrei muß er sein und ich erwarte mir diesen ebenso von meinem Gegenüber. Das Wort Akzeptanz ist mir da doch lieber.

Yoga bedeutet unter Anderem: Vereinigung, Integration, Verbindung. Hier geht es um Liebe zu sich selbst und um Selbstermächtigung. Von all dem kann ich in der Kirche nichts finden. Darum gehe ich lieber den spirituellen Yogaweg, als den religiösen, kirchlichen Weg.

Vor Kurzem habe ich auf Facebook ein Video geteilt, das amerikanische Schüler zeigt, die Yoga als fixen Bestandteil am Stundenplan haben. Davon brauchen wir mehr! In allen Schulen, aber auch an den Arbeitsstellen wäre es so hilfreich, wenn die Menschen sich wirklich spüren würden. Nicht nur körperlich, auch auf den vielen Ebenen, die wir einfach Energien nennen dürfen. Gerne male ich mir aus, wie die Welt dann beschaffen wäre.

Da wir dort leider noch nicht sind und du vermutlich, so wie ich auch, nicht mit Yoga-Wissen aufgewachsen bist, müssen wir uns dieses Verständnis für wahre Integration immer wieder bewusst machen, es üben und vor allem, leben!

In deinem Leben geht es um DICH

Grundsätzlich bist du in deinem Leben die Hauptperson. Das bedeutet, dass es Niemanden gibt, der wichtiger ist, als du. Das bedeutet auch nicht, dass du wichtiger bist, als die Anderen. Aber, um in deinem Leben dauerhaft nach deinen Vorstellungen schalten und walten, kreieren und umsetzen zu können, muss es dir gut gehen. Damit es dir gut geht, ist es wichtig, dass du immer das richtige Maß findest, Ausgleich schaffst und dir Zeit für Ruhe und Entspannung einräumst. Je besser du dich selbst kennst, magst und wichtig nimmst, umso eher wird sich dein gesamtes Leben nach deinen Bedürfnissen formen, so dass es dir insgesamt und auf allen Ebenen, gut geht.

Was genau ich damit meine, immer das richtige Maß zu finden?

Wir, vor Allem Frauen, neigen oft dazu, über unsere Grenzen zu gehen. Weil wir es gewohnt sind, viel zu schaffen und zu leisten und es oft ja auch wirklich geht. Vielleicht kennst du aber auch diese Momente, in denen du plötzlich merkst, dass das eigentlich keine Gültigkeit mehr hat, weil du dich aktuell vollkommen übernommen hast und jetzt nur mehr ‚am Zahnfleisch daher kommst‘.

Lass mich ein Yogabeispiel nennen:

Nehmen wir an, du empfindest eine Körperhaltung als richtig anstrengend und es schleicht sich der Gedanke ‚ich kann nicht mehr‘ ein. Dann würde ich dich dazu motivieren, dich zu fragen, ob das wirklich so ist. Das könnte sich etwa so anhören: Sagt das dein Kopf oder dein Körper? Falls dein Körper nicht mehr kann, mach eine Pause, falls da dein Kopf spricht, bleib noch für 2 Atemzüge da.

Genau das gilt auch umgekehrt. Wenn ich merke, dass du dich unnötig quälst, würde ich anregen dich zu fragen, ob dein Körper wirklich noch mag und kann, oder ob dein Kopf dir sagt, dass du das unbedingt schaffen musst.

Damit es dir leichter fällt, motiviere ich dich dazu, ganz bei dir zu bleiben und mit deinem Herzen Kontakt aufzunehmen, dich selbst zu fragen, die Antwort abzuwarten und dann so zu handeln, wie du es Jetzt brauchst.

Warum Yoga dich zur Hauptperson deines Lebens machen kann

Du tust schon sehr viel für dich, wenn du Yoga regelmäßig in dein Leben holst und dir dadurch Auszeiten schaffst, in denen du deinen Körper dehnst und kräftigst, tief und ruhig atmest und Entspannung findest. Das wirklich Wunderbare daran ist aber, dass sich außerdem deine Einstellung zu deinem Leben und dir selbst wandeln wird. In dem du während der Yoga-Einheiten deine eigene Einzigartigkeit, deine Wichtigkeit und Größe erlebst, wirst du diese Empfindungen nach und nach so verinnerlichen, dass du es auch im Alltag leben kannst.

  • Du wirst es öfter schaffen mal Nein zu sagen, wenn das dein eigentlicher Impuls ist.
  • Du wirst die Signale deines Körpers früher erkennen, wenn dir Etwas zuviel wird.
  • Du wirst besser unterscheiden können, was alte Gedankenmuster sind und was du wirklich möchtest oder brauchst.
  • Du wirst öfter mit jeder Faser Hier sein und das geniessen, was Jetzt gerade ist.
  • Du wirst immer öfter aus ganzem Herzen dein Leben erleben, mit dem friedvollen Gefühl, zu wissen, wer du bist.

Spielst du schon die Hauptrolle in deinem Leben? Vielleicht manchmal? Oder noch gar nicht? Ich bin gespannt, was du dazu zu sagen hast. Wenn du Lust hast, teile deine Meinung und deine Erfahrungen mit mir in den Kommentaren, ich freue mich darauf, von dir zu lesen!


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Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
2 Kommentare
9. Oktober 2016, von Andrea Schmoll

Wow, ich bin (fast) sprachlos, vor deinen Worten – ich danke dir liebe Helga, auch für’s Teilen deiner ganz persönlichen Erfahrungen! Ja, wenn Jeder, der kann, etwas Liebe und Frieden streut, macht das schon sehr viel 🙂 Bis bald, Andrea

8. Oktober 2016, von Helga

Liebe Andrea,
ich verneige mich vor so viel herzlich-ehrlicher Offenheit! Und weil ich selbst seit ich denken kann ‚den lieben Gott‘ und vor allem seinen Sohn total liebe, ohne, dass mir das irgendjemand eingeredet oder mich mindestens einmal wöchentlich zur Kirche geschleppt hätte, möchte ich mich gerne dazu melden. Auch ich habe dann leider auch grade durch die für mich unbegreiflich strengen Aussagen gewisser Priester oder ‚Schuldbekenntnisse‘ in meiner Kindheit und Jugend solche für mich unangenehmen Erfahrungen gemacht. So schön, wie du beschrieben hast, dass wir alle gleich sind, hat es wenige Ausnahmen von Predigern und Religionslehrern gegeben, die das vermitteln konnten. Schade. Es hat mich dann leider auch wieder von meiner Euphorie, mich mit der Geschichte Jesu und nach seinem Tod zu beschäftigen, wieder entfernt. Bis ich alt genug war, zu begreifen, dass nicht alles WAHR ist, was in der Kirche vermittelt wird – zumindest nicht für mich. Genau so wie du schreibst. Meine Wahrheit ist, dass der Ursprungsgedanke ALLER Religionen ein liebender war. Und einer, der die Menschen zu einem Einheitsbewusstsein bringen sollte. Leider, ist halt, wie so oft bei uns Menschen, der Macht-Gedanke und der ‚meine-Wahrheit-ist-die-einzige-Wahrheit‘-Gedanke mit uns durchgegangen. Und so sind Fanatismus und Hass statt Liebe entstanden.
Oh bitte, wenn jeder den Frieden, nachdem sich jeder sehnt, in seinem Herzen zulässt und so auf andere zugeht, ja wie wäre die Welt schöner. Ich weiß, die Welt ist wie sie ist, und (noch) nicht so, wie wir sie gerne hätten. Aber man darf ja noch träumen … 🙂 ABER – seine EIGENE Wahrheit leben, auf sein eigenes Herz zu hören – JAAAAA! Danke Andrea für diesen Artikel! Und du kannst riesig stolz auf deinen Sohnemann sein und auf dich! Er folgt seinem Herzen und du lässt das zu. Wow. Namaste und bis bald, Helga

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