Du neuer Mensch

Bist du bereit, diesen Tag völlig neu und frisch zu erleben? Als neuer Mensch?

Die Wissenschaft sagt: alle sieben Jahre sind wir – rein rechnerisch – ganz neue Menschen: in dieser Zeit erneuern sich unser Blut, unsere Knochen, Muskeln und Haare. Der menschliche Körper baut zwischen zehn und 50 Millionen Körperzellen pro Sekunde ab und ersetzt sie durch neue Zellen. Nahezu für jedes Organ oder Gewebe existieren Stammzellen, die ständig für Nachschub sorgen und zum Beispiel neue Haut-, Blut- oder Schleimhautzellen bilden. Die Zellen eines 50-Jährigen sind im Durchschnitt gerade mal zehn Jahre alt.

Wunderbar, denke ich mir…, aber nur alle sieben Jahre!!?? Wenn du auch mehr willst: für deinen Geist, deine Gedanken, deinen Spirit gilt das nicht: täglich aufs Neue, hast du alle Möglichkeiten, dein Herz für dich und dein Leben zu öffnen, dich mit jeder Faser zu erleben, zu entdecken und alles rauszuholen, was dein Dasein auf diesem Planeten sinnvoll für dich macht.

Spürst du auch diese Sehnsucht deines Herzens nach Verbundenheit und Frieden? Dann bist du bereit, Spiritualität in dein Leben zu holen. Um das völlig frei und undogmatisch zu erleben, ist es wichtig, dass du dich so nimmst, wie du jetzt und heute bist. Immer und immer wieder. Du solltest nicht davon ausgehen, dass du immer das Gleiche brauchst. Dinge ändern sich, du änderst dich, jeder Tag ist völlig neu und wieder ganz anders und du selbst bist es auch.

Vor Kurzem habe ich Folgendes gelesen:

Die schlechte Nachricht: Nichts währt ewig.
Die gute Nachricht: Nichts währt ewig.

Ich musste dabei so sehr lachen, weil ich eine gewisse, neue Entwicklung in meinem Leben, gerade gar nicht so gut fand. Augenblicklich war mir wieder klar, dass Veränderung das Leben schlechthin ist.

Wie gehst du mit Neuerungen um? Fällt es dir leicht, dich auf neue Situationen, Begebenheiten oder Tatsachen einzulassen? Lässt du es manchmal lieber gleich sein, bevor du etwas Neues beginnst, z.B., weil du denkst, dass es dir zu lange dauern würde, bis du es wirklich gut kannst?

Diese Woche bin ich für eine Yoga-Kollegin eingesprungen, die Ashtanga-Yoga unterrichtet. Nachdem ich mich der Gruppe vorgestellt und erklärt hatte, dass ich kein Ashtanga-Yoga mit ihnen machen würde, blickte mich eine der Teilnehmerinnen für einen Augenblick ganz entsetzt an. Es war nicht das erste Mal, dass ich eine Ashtange-Stunde übernommen hatte, aber so eine klare Reaktion gab es vorher noch nie. Im Laufe der Stunde gelang es dieser Kundin immer mehr, ihre Erwartungen loszulassen und sich zu entspannen – nach und nach, konnte sie sich gut auf das Neue einlassen.

Die Angst vor Neuem sitzt uns manchmal förmlich im Nacken, vielleicht weil wir in der Vergangenheit unangenehme Erfahrungen damit gemacht und uns öfter mal überrumpelt gefühlt haben. Manche Menschen tun sich mit etwas Neuem leichter, Andere brauchen etwas länger, um sich einzulassen – und das ist fein. Möglicherweise ist Neues nicht immer unbedingt besser, es ist aber jedenfalls natürlich und oft auch notwendig.

Wenn es dabei um uns selbst geht, haben wir zu Allem ganz genaue Bilder von uns selbst im Kopf: davon, ob und wie wir etwas können oder schaffen und darüber, was möglich ist und was nicht.

Während einer Yogastunde, fordere ich meine TeilnehmerInnen gerne dazu auf, diese Einheit ganz neu zu erleben und sich auf bereits bekannte Körperhaltungen völlig neu einzulassen. Einerseits, um dem Ego ein Schnippchen zu schlagen, andererseits, um sich nicht davon abzuhalten, durch bereits selbstauferlegte Grenzen, ein eventuell neues, durchaus mögliches Körpererlebnis, zu verpassen.

Denn vielleicht ist heute nicht gerade der allerbeste Wohlfühltag für den Rücken. Dann ist es wenig hilfreich, wenn uns der Kopf dazu drängt, es wieder „genauso gut zu schaffen“, wie beim letzten Mal. Oder der Körper ist heute mehr denn je bereit dazu, sich tiefer in eine Körperhaltung hinein zu begeben, als man es sich je erträumt hätte. Dann wäre es hinderlich zu denken, dass hier ja sowieso noch nie mehr möglich war.

Mit deinen Erwartungen an Situationen und an dich selbst hältst
du dich davon ab, dich zu entwickeln.

Immer wieder höre ich Menschen Worte sagen, die eine Veränderung, eine Entwicklung und die Möglichkeit etwas Neues in ihr Leben zu bringen, von vornherein vollkommen ausschließen. Sätze wie: „Ich weiß, dass sich diese Situation/diese Beziehung, niemals ändern wird“. „Ich kann daran nichts ändern, das wird immer so sein.“

Wenn es um Yoga geht, höre ich Folgendes: „Ich bin dafür viel zu unbeweglich“. Allein dieser Satz macht so viel mit Demjenigen, der ihn ausspricht! Oft ist diese Person auch in ihrem Denken und handeln unbeweglich. Nicht deshalb, weil sie ein bestimmter Körpertyp ist, der in Bewegung wenig Flexibilität zulässt! Sondern weil sie so sehr davon überzeugt ist und diesen Glaubenssatz komplett verinnerlicht hat.

Eine Person hingegen, die tatsächlich viel Körperspannung aufweist, aber mit einer großen Freude und Offenheit zum Yoga kommt, kann sich ihren Bewegungen hingeben, wenn sie sich darauf einlässt und große Veränderung bewirken.

Welche Gedanken über dich selbst,
haben wirklich etwas mit der „Realität“ zu tun?

Pippi Langstrumpf’s „ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt“, verwende ich etwas abgewandelt im Text meiner Webseite. Wenn wir Alle unsere kleinen Welten nach unseren Herzenswünschen gestalten würden, so dass es uns so richtig gut darin ginge, hätten wir unglaubliche Ressourcen und unser Planet wäre reinste Harmonie. Na gut, träumen darf sein…

Es gibt eine Szene aus einer Pippi Langstrumpf-Folge, die ich besonders liebe: Tommi und Annika wollen zum Eislaufen und Pippi sagt, dass sie mitkommt. Auf Tommis Bemerkung, dass sie das doch noch gar nicht könne, sagt Pippi: „Das weiß ich noch nicht, dazu muß ich es doch erst einmal ausprobieren!“. Natürlich lernt sie dann ganz rasch wunderbar am Eis zu laufen – schließlich ist sie ja Pippi.

Ich denke aber, dass auch wir viel eher Neues integrieren können, wenn wir vorbehaltlos darauf zugehen. Ohne Angst, ohne vorgefasste Meinungen, ohne Selbstzweifel.

Du darfst Dinge ausprobieren, Neues kennen lernen und entdecken – auch an und in dir! Wenn du selbstbestimmt und neugierig wahrnimmst, was heute wirklich ist, wirst du feststellen, dass es dir leichter fällt zu unterscheiden, was davon real ist und wo dir dein Kopf einen Streich spielen will – wenn du z.B. wieder an dir zweifelst, wenn du denkst, dass du Etwas nicht schaffen wirst oder wenn du keinen Ausweg aus einer ungewollten Lebenssituation siehst.

Dabei mußt du gar nicht Fallschirmspringen oder Bungeejumpen gehen, nur weil das mal was Neues wäre. Du könntest dich aber damit überraschen, mal anders zu denken, Alte Glaubenssätze und Denkmuster loszulassen und neuen Gedanken Raum zu geben.

Du könntest dich zum Beispiel fragen, wenn dir das eigene Gesicht schon am Morgen düster entgegenblickt: Wie wäre es, wenn ich heute Spaß hätte? Wie wäre es, wenn mir mein Leben heute Spaß machen würde?

Frag dich, was du wirklich willst. Willst du ein düsteres Gesicht? Dann ist das auch fein! Stimme diesen Wunsch dann mit deinem Körper ab. Entscheide und handle danach, was du und dein Körper wollt und braucht!

Das Entscheidende ist, dass wir dadurch das Gefühl, fremdbestimmt zu sein, loslassen und hinein finden in das Empfinden, selbstbestimmt und eigenverantwortlich, immer wieder aufs Neue, uns selbst zu entdecken.

Hier ist eine kleine Übung für dich: 

Wie wäre es, wenn…

Überlege, was in deinem Leben dich regelmäßig nervt oder beunruhigt, was dich aus der Fassung bringt oder stresst. Dann formuliere deine Reaktion, dein Gefühl, deine Gedanken in dieser Situation so um, dass sie für dich angenehmer wird, ja vielleicht sogar passt.

Ich komme hier natürlich wieder mit einem Yoga-Beispiel: in einer meiner Gruppen üben wir gerade eine Balanceübung, die den Kundinnen völlige Konzentration abverlangt. Die Gesichter sind sehr ernst, mit tiefen Stirnrunzeln und zusammen gezogenen Augenbrauen, angespannten Kiefern und geblähten Nasenflügeln, erleben sie hier, wie es sich anfühlt, auf einem Bein stehend, in eine Supergirl-ähnliche Flughaltung hineinzufinden.

Ich mache darauf aufmerksam, dass es hier eigentlich um nichts besonders Ernstes geht und es vollkommen egal ist, wenn sie dabei ins wackeln kommen oder umpurzeln. Daß ein klarer, zielgerichteter Fokus hilfreich ist, aber nur halb so fein ohne ein bißchen Entspanntheit und Spaß! Da, endlich: meine Kundinnen lächeln, atmen wieder und sind aus ganzem Herzen bei der Sache, purzeln um, als ob nichts wäre und haben Lust darauf, es noch einmal zu versuchen.

In welcher Situation könnest DU anders reagieren, fühlen, handeln, denken, damit es DIR besser damit geht? Viel Freude mit dem Neuen in deinem Leben!


Ab sofort ist es möglich, meinen Blog zu kommentieren!!! Ich bin gespannt darauf, welche Gedanken du zu diesem Artikel mit mir teilen willst. Gleich hier unten – ich freue mich darauf!


Du spürst, dass du mit mir arbeiten willst? Falls du in Klosterneuburg bei Wien oder Nähe Tulln lebst, komm‘ in einen meiner Yoga-Kurse.

Wenn du mein online-Angebot nutzen möchtest, wähle hier DEIN Fantastic Yoga Life Project für Wohlfühl-Zeit mit dir selbst – es gibt 3 davon & sie kommen alle aus dem Herzen!

Du willst mich & meinen „Spirit of Yoga“ erstmal kennenlernen?
Hol dir im
deinen kostenlosen Plaudertermin,
damit wir sehen, ob wir auf einer Welle schwimmen.

Ich freue mich auf DICH!

Herzrebellische Grüße,
Unterschrift - Andrea Schmoll

Ich bin Andrea, Gründerin von Fantastic Yoga Life Project, Yoga-Lehrerin, Bloggerin und Herzrebellin. Ursprünglich Wienerin, lebe ich gemeinsam mit meiner Familie seit einigen Jahren etwas außerhalb, in einem kleinen, niederösterreichischen Dorf. Ich praktiziere seit vielen Jahren Yoga, Meditation, Gedankenzauber, sowie weibliche Rituale. Mein Spirit kommt aus ganzem Herzen, hingebungsvoll und frei von Dogmen.
8 Kommentare
27. September 2016, von Jutta

Wie wäre es, wenn mir mein Leben heute Spaß machen würde? Danke für diese schöne Frage. Finde es spannend, sie ganz ehrlich für mich selber zu beantworten. Da ergeben sich gleich noch viele weitere Fragen. Und jede Menge Möglichkeiten, etwas anders zu machen.

Mir gefällt auch das Bild von der Yoga-Übung mit dem angespannten Körper, der sich erst verändert, wenn der Spaß und die Lockerheit dazu kommt. Das ist einprägsam.

Und ich kann mir auch so manche Situation vorstellen, ich der ich anderen vorschlagen werde, sich diese Frage zu stellen. Viel zu oft nehmen wir das Leben so furchtbar ernst. Ein bißchen Spaß und Entspanntheit täten gut.

Ein locker geschriebener, anregender Artikel.

Herzliche Grüße
Jutta

28. September 2016, von Andrea Schmoll

Vielen Dank Jutta! Es freut mich sehr, dass du meine Anregungen gleich so wunderbar übernimmst und ja, sich selber zu fragen ist echt spannend!
Und auch Andere damit zu konfrontieren ist interessant, weil es unser Umfeld vielleicht auch ein bissl leichter macht – es darf leicht sein 🙂

Herzensgrüsse,
Andrea

27. September 2016, von Bianca

Liebe Andrea,
Ja, diese Sache mit der Supergirl-Pose kenn ich! Da werd ich beim nächsten Mal dran denken und das Ganze mit einem Lächeln probieren
Danke für die Erinnerung, dass wir immer die Wahl haben, wie wir uns fühlen möchten!

Alles Liebe, Bianca

28. September 2016, von Andrea Schmoll

Liebe Bianca,
ja bitte, probier’s aus, ich bin gespannt 😉
Es macht wirklich einen großen Unterschied, immer wieder.
Danke!
Herzliche Grüsse, Andrea

25. September 2016, von Helga Burian-Ruf

Ja, meine Liebe, wie wahr! Danke dafür, wie wunderschön und klar du das beschreibst. Und ich musste auch gleich (laut) lachen bei deiner Beschreibung deiner Kundinnen mit den ‚verspannten‘ Gesichtern…, ha. Ich fühle mich angesprochen, darf ich doch deine wunderbaren Yogastunden zumindest einmal die Woche genießen. Obwohl ich mich selbst sehr reflektiert fühle, erwische ich mich doch immer wieder dabei, etwas besonders ‚gut‘ machen zu wollen, meist mit dem Gedanken: ‚Das habe ich doch schon besser hingekriegt‘. Ha. Genau das ist es, was uns ‚hindert‘, anstatt weiterbringt – das Vergleichen, egal ob mit jemand anderem oder einer ‚anderen Tagesverfassung‘ von uns selbst. Vor allem: wer sagt denn, dass Wackeln und Umfallen nicht das Richtige ist, und graziös-verbissene 🙂 Körperspannung vielleicht grade gar nichts bringt?
Natürlich haben wir das irgendwann mal so gelernt und herrliche Dogmen dazu eingespeichert… Aber wie du so schön schreibst, können genau diese bewusst gemachten Gedankenschleifen definitiv in andere UMGEWANDELT werden. Und jaaa, wie wohltuend deine Worte und eine gute Erinnerung daran, auch am frühen Morgen, wenn man einen scheinbaren ‚Berg‘ voller Erledigung vor sich hat, einfach denkt: HEUTE MACHT MIR DAS LEBEN SPASS – Juhuuuu – oder: ICH SCHAFFE ALLES, WAS HEUTE WICHTIG IST – dreifaches Juhuuu … ! Schön, dein Artikel, freu mich schon auf die nächste Stunde! 🙂 Bis bald, Helga http://www.soul-and-system.at

28. September 2016, von Andrea Schmoll

Liebe Helga, von Herzen Danke!
Ja genau, ob und wie reflektiert wir auch sind, diese Erinnerungen brauchen wir Alle immer wieder mal, Jeder von uns! Dann geht’s wieder leichter, mit einem Lächeln 🙂
Bis ganz bald, morgen Früh auf der Matte! Andrea

23. September 2016, von Barbara

Liebe Andrea,
Deine lockere, undogmatische Art über grundlegende Wahrheiten zu „plaudern“ und deine Fähigkeit mit einem verschmitzten Lächeln kleine Neu-Denk-Impulse ganz unauffällig in mein Alltags-Gehirn zu pflanzen, sind eine wahre Bereicherung in meiner Mailbox. 🙂
(… ganz unabhängig davon, dass ich Deinen Yogazugang liebe 😀 )
Bitte, bitte mehr davon.
🙂 Barbara

28. September 2016, von Andrea Schmoll

Liebe Barbara, vielen Dank für deinen verschmitzten Kommentar 😉
Es freut mich sehr, dass meine Zeilen diese Wirkung erzielen!
Am Freitag gibt’s Neues, bis bald! Von Herzen, Andrea

Kommentar verfassen